Möbel: Vor- und Nachteile von Holz, Metall, Kunststoff oder Karton

Möbel-Material

Möbel gibt es in den unterschiedlichsten Verarbeitungen aus Holz, Metall, Kunststoff oder auch Karton. Die Materialien und Vor- und Nachteile im Überblick.

Das nach wie vor beliebteste und auch älteste Material in Bezug auf den Möbelbau ist Holz. Ob Stühle, Tische, Schränke, Bänke, Regale, Vitrinen oder Betten – Holz lässt sich für beinahe alle Arten von Möbeln verwenden. Da Massivholz oftmals vergleichsweise kostenintensiv ist, wird diesbezüglich auch auf Pressspan, der mit Furnieren verkleidet ist, gesetzt. Ebenso können auch Materialien wie zum Beispiel Kunststoff Vorteile generieren und erleben im Rahmen des Retro-Trends wieder einmal ein großes Revival. Aber auch innovative Werkstoff-Lösungen rund um Leichtbauplatten und Plexiglas werden zukünftig wohl immer mehr in den Fokus der Möbelindustrie sowie der Endverbraucher rücken. Diesbezüglich generiert jeder einzelne genutzte Werkstoff von Holz über Metall bis hin zu Kunststoff oder Leichtbauplatten ganz spezielle Vorteile.

Möbel aus Holz: Der unverwüstliche Klassiker innerhalb der Möbelindustrie

Dabei sollte aber stets bedacht werden, dass Holz nicht immer gleich Holz ist. Die Eigenschaften der unterschiedlichen Hölzer können mitunter stark variieren. Insgesamt gibt es tausende Holzarten, die sich über verschiedene Eigenheiten definieren. Dabei werden für die Herstellung von Möbeln aus Massivholz folgende – im Vergleich zu Tropenhölzern unbedenkliche – Holzarten bevorzugt genutzt:

  • Ahorn: Das harte Holz gilt als sehr homogen sowie geradfaserig und ist in der Regel hellfarbig. Hölzer dieser Art lassen sich hervorragend bearbeiten und sind im Hinblick auf den Gebrauch vergleichsweise formstabil.
  • Birke: Das Holz der Birke weist eine helle, meistens gelbliche bis rosabraune Farbe auf. Es ist geradfaserig und fest. Zudem verfügt es über eine gleichmäßige und feine Struktur. Die Birke wird in der Möbelindustrie als leicht zu verarbeitendes Holz geschätzt.
  • Buche: Buchenholz ist äußerst massiv, schwindet dabei stark und lässt sich hervorragend verarbeiten. In Mitteleuropa wird gerade das Holz der Buche bevorzugt für die Herstellung von Möbeln genutzt.
  • Eiche: Dieses Holz ist relativ stark von den Wuchsbedingungen abhängig. Je schneller das Holz gewachsen ist, desto dunkler, schwerer und fester ist es. Langsam gewachsenes Eichenholz ist im Vergleich schwerer zu bearbeiten.
  • Erle: Das rosa- bis rotbraune Holz dieser Art zeichnet sich durch eine feinporige Struktur und einer dezenten Maserung aus. Erlenhörzer gelten als mittelhart und lassen sich in der Regel gut bearbeiten.
  • Esche: Die Esche bietet eine markant gezeichnete, glatte Oberfläche, wobei eine Beizung in jedem Farbton möglich ist. Der Splint wirkt gelblich- bis rotlichtweiß; der Kern ist allerdings glänzend hellbraun.
  • Fichte: Hierbei handelt es sich um ein elastisches, weiches sowie weißes Holz. Dabei lässt sich dieses formstabile Holz gut bearbeiten.
  • Kiefer: Das gut zu bearbeitende Holz verfügt über eine gelblich-braune Tönung.

Stellvertretend für Massivholzmöbel stehen Attribute wie Dauerhaftigkeit, Einzigartigkeit, Gesundheit oder auch Lebensqualität. Hölzer dieser Art können für jeden Wohn-, Küchen- oder Arbeitsbereich genutzt werden. Dabei generiert die umfassende Eigenschaftspalette von Massivholz eine ganze Reihe von funktionellen Vorteilen:

  • Die Oberflächen von Massivholzmöbeln tragen grundsätzlich zu einem optimalen Raumklima bei; physikalisch wird dies begründet durch das so genannte optimale Wärmereflexionsvermögen von Holz. Dabei wirkt ein Möbelstück aus Massivholz quasi als Wärmeisolator. So können Temperaturschwankungen im Innenbereich nahezu ausgeglichen werden. Zudem sind Material bzw. Möbel aus diesem Naturstoff auch für Allergiker unbedenklich.
  • Massivholz agiert auch als Feuchtigkeitsgenerator und kann je nach Bedarf Feuchtigkeit aufnehmen oder Wasserdampf abgeben. Diese Pufferfunktion verhilft Holz zur Einzigartigkeit im Rahmen der Möbelindustrie.
  • Eine elektrostatische Aufladung wird durch das massive Holz verhindert. Daher kann Staub auch nicht „magnetisch” angezogen werden, was eine verbesserte Wohnhygiene zur Folge hat.
  • Massivholzmöbel vermitteln mit den in der Regel warmen Farben der Holzarten eine positive Stimmung und steigern das persönliche Wohlbefinden. Die natürliche Anmut von Massivholzmöbeln prägen Image und Stil. Zudem liegt eine ausdrucksstarke Haptik vor. Daher bieten Möbel dieser Art nahezu ein sinnliches Erleben.
  • Bei den aus Massivholz gefertigten Möbeln handelt es sich grundsätzlich um Unikate. Struktureffekte, Texturen und auch Gegebenheiten wie beispielsweise Haarrisse verleihen jedem Möbelstück einen eigenen Charakter.
  • Dank der garantierten Produktqualität rund um Optik, Haptik, Eigenschaften und Langlebigkeit sind Massivholzmöbel nicht nur ausdrucksstark und zeitlos schön, sondern gelten vor allem als werthaltig. Im Hinblick auf den dekorativen Aspekt verfügen Hölzer dieser Art über vielfältige Kombinationsmöglichkeiten, die viel Raum für individuelle Bedürfnisse bzw. Wünsche lassen.
  • Das Wort Möbel leitet sich vom lateinischen “mobilis” ab. Dabei nehmen Möbel aus Massivholz das Mobilitätsversprechen quasi wörtlich. Gerade bei einem oftmaligen Umstellen der Möbel oder bei Umzügen überzeugen Massivholzmöbel mit ihrer erstklassigen Stabilität und nachhaltiger Robustheit.

Neben den genannten Attributen bzw. Aspekten ist zudem die werthaltige und stets natürliche Ausstrahlung von Holz gerade im Hinblick auf Design und Flair in der Raumausstattung entscheidend. Für alle Bereiche einer Wohnung werden entsprechende Möbel-Lösungen aus Holz angeboten. Individuellen Charakter kann insbesondere durch die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten mit eingebracht werden. Mit Werkstoffen wie beispielsweise Edelstahl oder satiniertem Glas kann diesbezüglich der Charakter von Holzmöbeln bzw. des gesamten Raumes wunschgemäß verändert werden. Ob moderne Designmöbel, mediterraner Stil, skandinavisches Design, Kolonial- oder Landhausstil – prinzipiell lassen sich im Handel Möbel aus Massivholz in verschiedenen Stilrichtungen finden.

Möbel aus Metall: Von kühlem Charme über grafischen Design-Stil bis hin zu Kombinationen

Immer weiter in der Beliebtheitsskala steigen aber auch Möbel aus Metall. Nicht umsonst setzen renommierte Hersteller aus dem Gartenmöbel-, Büromöbel-, Wohnmöbel- sowie Küchenmöbel- und Badmöbelbereich auf entsprechende Produkte aus Metall. Gefertigt werden diese gerne in Anlehnung an klassische Vorbilder, mit modernem und coolem Style oder sogar im Landhausstil. Hoch im Kurs stehen diesbezüglich seit geraumer Zeit Möbel mit industriellem Flair, wobei Metall, oftmals in Kombination mit Massivholz im Mittelpunkt steht. Erzeugt wird dabei ein überaus grafischer Design-Stil mit oftmals leicht nostalgischen Zügen. Wer allerdings den oftmals eher puristischen Charme eines Möbelstücks aus Metall nicht mag und diese kühle Variante mit etwas Wärme unterlegen möchte, kann sich auch für Metallmöbel entscheiden, die nach den Vorgaben der RAL-Farbpalette lackiert worden sind. Zudem wirkt die Kombination mit anderen Werkstoffen wie Holz oder Kunststoff der kühlen und sterilen Optik entgegen. Gerade die Kombination aus Metall, Holz sowie Leder oder Stoff, die gerade bei Jung-Designern außerordentlich beliebt ist, lassen entsprechende Möbel wie einen Couchtisch oder ein Sofa sehr wohnlich wirken. Demgegenüber versprühen Möbelstücke wie Stühle oder Regale, die komplett aus Metall gefertigt worden sind, einen eigenständigen Charme. Neben den Aspekten rund um das passende Design können folgende Vorteile von expliziten Metallmöbeln angemerkt werden:

  • Feuerfestigkeit.
  • Mechanische Stabilität und chemische Beständigkeit.
  • Bei einem Brand werden keine giftigen Gase ausgestoßen.
  • Leichte und schnelle Reinigung der Oberflächen.
  • Metallmöbel sind ungemein robust, widerstandsfähig, quasi unverwüstlich und praktisch.

Grundsätzlich kann eigentlich nahezu jedes Metall für den Möbelbau verwendet werden. Einige Metalle wie beispielsweise das giftige Blei schließen sich dabei von vorne herein aus. So werden hauptsächlich diverse Edelstahlarten, Aluminium oder auch Gusseisen für den Möbelbau genutzt. Insbesondere der rostfreie Edelstahl und Chrom sind dank ihrer glänzenden und spiegelnden Oberflächen ein beliebtes „Thema” sowohl beim stylischen Design-Möbelbau als auch beim funktionellen Möbelbau rund um Arbeitsschränke und Regale. Allerdings haben gerade Edelstahle Probleme mit Fingerabdrücken, die auf den Oberflächen verbleiben und daher häufig entfernt werden müssen.

Möbel aus Kunststoff: Gerade die Bestuhlung ist Haupttätigkeitsfeld der Designer

Lange Zeit galt Kunststoff im Hinblick auf die Möbelfertigung als minderwertiges Material. Nicht zuletzt aufgrund neuer Herstellungsverfahren, innerhalb derer strapazierfähigere und stabilere Kunststoffe gewonnen werden konnten, ist dieser Stoff nunmehr auch in der Möbelindustrie als gut zu verarbeitender Werkstoff etabliert. Wie die Möbelmesse IMM in Köln allerdings bewies, wird Kunststoff in der Mehrzahl analog des Mottos „Trendig, günstig, schnelllebig” immer noch als Impulsgeber für die Fertigung von so bezeichneten „Mitnahmemöbeln” genutzt. Schließlich ist die Wertigkeit und Langlebigkeit bei Kunststoffmöbeln eher limitiert. Aber auch hier gibt es Designobjekte, die über diesen Status hinausgehen. So gelten Stühle aus Kunststoff, zweilagigem Carbongewebe und Epoxidharz als neuester Trend. Prinzipiell steht Kunststoff fast immer im Zusammenhang mit Stühlen bzw. Sitzgelegenheiten. In Bezug auf das Design können dabei verschiedene Trends ausgemacht werden:

  • Kunststoff ist vergleichsweise günstig. Daher sind entsprechende Bestuhlungen mit klassischem, schnörkellosem Design von Hallen oder Schulen grundsätzlich ein Thema.
  • Freundliche Up Chairs mit Sitzschalen aus durchgefärbtem Integralschaum sind „in”. Der Clou: Das eigentlich weiche Material weist genügend Stabilität auf, um ohne Metallverstrebungen bzw. -verstärkungen auszukommen.
  • Kunststoff-Hocker mit PBT-Sitzfläche.
  • Pulp aus Polypropylen. Wirkt, als wäre ein Leinentuch lässig über einen Stuhl geworfen worden. Materialien wie Technolopolymer und mit Fiberglas verstärkter Kunststoff werden immer häufiger genutzt.
  • Designerstühle mit der Kombination aus Kunststoff und Metall werden verstärkt nachgefragt.

Möbel aus Karton: Synonym für unkompliziertes und umweltbewusstes Design

Pappmöbel bzw. Kartonmöbel bestehen aus Wellpappe oder Karton. Oftmals lassen sich Produkte dieser Art mit nur wenigen Handgriffen zusammenstecken bzw. auseinanderfalten. Die Formstabilität und Haltbarkeit wird dabei durch sechs gestalterische bzw. konstruktive Prinzipien gewährleistet:

  • Faltprinzip
  • Schichtprinzip
  • Steckprinzip
  • Röhrenprinzip
  • Sandwichprinzip
  • Brettprinzip

Als allgemeine Vorteile von Möbeln aus Karton gelten die Attribute Umweltfreundlichkeit, Flexibilität und Gewicht. Zudem besitzt dieses alltägliche Material durch seine graue oder bräunliche Farbe eine nahezu einprägsame staubige Haptik mit der Ausstrahlung eines unfertigen Produkts. Dies fördert die Improvisationsgabe sowie die Kreativität des jeweiligen Besitzers. Selbst Star-Designer nutzen die Möglichkeiten des Zellulose-Materials und setzen auf den ästhetischen Überraschungseffekt von Pappe. So reicht inzwischen die stilistische Bandbreite des Produktportfolios rund um Stühle, Leuchten, Tische oder Regale von funktional über geometrisch bis hin zu organisch verspielt. Produkte dieser Art können unbearbeitet genutzt oder aber die Oberfläche nach eigenem Geschmack lackiert, bemalt, beklebt oder tapeziert werden. Der ökologische Ansatz wird allerdings oftmals ad absurdum geführt, da eine feuerfeste Beschichtung der Pappe natürlich konträr wirkt.

Neuartige Materialien: Wood Plastic Composites (WPC) auf dem Vormarsch

Neben den zuvor erwähnten Materialien stehen auch innovative Werkstoffe im Fokus der Möbelindustrie. Diesbezüglich experimentiert wird in erster Linie mit folgenden Materialien:

  • Wood Plastic Composites: Biowerkstoff, der aus herkömmlichen Kunststoffen und einem Holzanteil besteht. Er verbindet Vorteile des Kunststoffs (wetterfest, verformbar) mit den Vorzügen von Holz rund um Stabilität, Preis-Leistungsverhältnis und natürliche Optik.
  • Leichtbauplatten: Die nur wenige Millimeter dünnen Platten, die aus so bezeichneten „Kraftwaben” und Holzwerkstoffen besteht, sparen teures Ausgangsmaterial ein und versprechen eine verbesserte Transportkapazität.
  • Auch Spanplatten werden inzwischen wieder häufiger beim Möbelbau eingesetzt.
  • Des Weiteren integrieren Designer gerade verstärkt Glas, Marmor, Plexiglas und Fiberglas in ihre „Wohnideen”.
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